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GILDEMEISTER-Aktie mit begrenztem Aufwärtspotenzial 20.03.2012
Montega AG
Hamburg (www.aktiencheck.de) - Thomas Rau, Analyst der Montega AG, stuft die Aktie von GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003 / WKN 587800) weiterhin mit "halten" ein.
Die GILDEMEISTER AG habe Ende letzter Woche im Rahmen ihrer Bilanzpresse- bzw. Analystenkonferenz die Zahlen für 2011 bekannt gegeben und einen Ausblick für 2012 veröffentlicht. Während die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr auf operativer Ebene im Rahmen der Analysten-Erwartungen ausgefallen seien, habe das Nettoergebnis und dementsprechend die EPS deutlich unterhalb ihrer Prognose gelegen. Dies erkläre sich dadurch, dass sie den im Finanzergebnis enthaltenen Einmalaufwand (ca. 12,5 Mio. Euro) aufgrund der ergebniswirksamen Auflösung der Zinssicherung in Verbindung mit der Ablösung der Schuldscheindarlehen bereits vorher bereinigt hätten.
Das Unternehmen erwarte für 2012 einen Anstieg des Auftragseingangs auf über 2 Mrd. Euro, einen Umsatz von über 1,9 Mrd. Euro und ein EBT von über 100 Mio. Euro. Letzteres impliziere aufgrund eines bereits in Aussicht gestellten negativen Finanzergebnisses von -15 Mio. Euro ein EBIT von mindestens 115 Mio. Euro. Während die Guidance auf den ersten Blick leicht unterhalb der Analysten-Prognosen (Umsatz: 1,98 Mrd. Euro, EBIT: 123 Mio. Euro) liege und nur eine geringfügige Verbesserung der operativen Kennzahlen im Vergleich zum Vorjahr implizieren würde, erscheine ihnen dieser nach Gesprächen mit dem Management auf der Analystenkonferenz auf den zweiten Blick eher konservativ. So dürfte das Ergebnisverbesserungspotenzial bei Services (+8% y-o-y bedingt durch weitere Umsatzwachstum) bzw. bei Energy Solutions (Halbierung des operativen Verlustes trotz Umsatzstagnation) insgesamt höher sein, als dies die Guidance auf den ersten Blick suggeriere.
Der Auftragseingang sei um 46% auf 1,246 Mrd. Euro gestiegen. Damit habe GILDEMEISTER wiederum deutlich stärker wachsen als der Markt (2011: +29%) und seine führende Marktposition weiter ausbauen können. Dabei habe GILDEMEISTER insbesondere von einem anhaltend starken Wachstum in Asien sowie einer sehr starken Nachfrage im heimischen Markt profitiert. Gleichzeitig sei der Umsatz um 41% auf 1,088 Mrd. Euro und damit leicht stärker gewachsen als von den Analysten erwartet. Dank der positiven Book-to-bill-Ratio von 1,15 gehe das Unternehmen mit einem Auftragsbestand von fast 500 Mio. Euro ins neue Jahr, womit eine bereits sehr gute Auslastung für das erste Halbjahr gesichert sei.
Das operative Ergebnis habe sich auf 73,4 Mio. EUR und damit deutlich stärker verbessert als antizipiert (2010: 6,2 Mio. Euro). Zur Ergebnisverbesserung hätten insbesondere die deutlich verbesserte Auslastung (infolge des stark gestiegenen Umsatzes) sowie ein positiver Mix (Verschiebung in Richtung der margenträchtigeren Fräsmaschinen zulasten von Drehmaschinen) geführt. Die Marge habe 6,7% erreicht und damit bereits wieder nahezu auf dem Niveau vor der Krise (7,0%) gelegen.
Der Service Bereich habe auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder nahezu 90% des operativen Ergebnisses erwirtschaftet. So habe das EBIT in 2011 bei 99,7 Mio. Euro gelegen. Während der Auftragseingang um 49% auf 623 Mio. Euro habe zulegen können, sei der Umsatz um 37% auf 501 Mio. Euro gestiegen und habe damit ebenso nahezu das Vorkrisenniveau erreicht. GILDEMEISTER profitiere hier insbesondere von einem überproportionalen Anstieg des Ersatzteilgeschäfts.
Der operative Verlust habe mit minus 42,5 Mio. Euro ein neues Rekordniveau erreicht. Belastend hätten sich insbesondere die schwache Nachfrage (Umsatzeinbruch um fast 60% gegenüber dem Vorjahr), nicht geplante Mehraufwendungen bei der Fertigstellung von einzelnen Projekten, Rechts- und Beratungskosten, deutlich angestiegene Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie der weitere Ausbau der Speichertechnologie auf das Ergebnis ausgewirkt. Auch wenn sich GILDEMEISTER zukünftig anstatt auf Großinvestoren und die Abwicklung von schlüsselfertigen Projekten auf neue Märkte (insbesondere außerhalb der bisherigen Kernmärkte in Westeuropa) sowie auf Industriekunden ausrichten möchte, hätten die Analysten arge Zweifel daran, ob dieses Geschäftsfeld nachhaltig profitabel betrieben werden könne.
Während die Analysten die Umsatzschätzung für 2012 nahezu unverändert gelassen hätten, hätten sie aufgrund der besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisse im Kerngeschäft Werkzeugmaschinen ihre EBIT-Prognose nochmals leicht nach oben angepasst. So würden sie nunmehr ein EBIT von 140 Mio. Euro in 2012 erwarten (vormals: 123 Mio. Euro). Dies vergleiche sich mit einer aktuellen Marktschätzung von lediglich 129 Mio. Euro. Sie hätten ihr Kursziel leicht von 13,40 Euro auf 14,00 Euro angehoben.
Kurzfristig würden die Analysten keine Outperformance der GILDEMEISTER-Aktie erwarten. Die von ihnen erwarteten Anhebungen der Marktschätzungen würden sie insgesamt für zu gering halten, um der Aktie nachhaltig weitere Impulse zu geben. Zudem habe die Aktie seit ihrem Jahrestief Ende November bereits um fast 50% zugelegt und damit den MDAX deutlich outperformt (32%).
Die Analysten der Montega AG bewerten die GILDEMEISTER-Aktie nach wie vor mit "halten". (Analyse vom 19.03.2012) (20.03.2012/ac/a/d)
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